Donnerstag, 21. April 2016

Die oft ungeliebte Verantwortung




Der Begriff wird oft eher vorwurfsvoll und negativ behaftet verwendet. Dabei steckt im Wort „Verantwortung“ auch das Wort „Antwort“. Wer also die Verantwortung nicht annimmt, nimmt auch die Antwort, die darin steckt, nicht an.
Jeder Mensch braucht eine Aufgabe, einen Sinn für sein Leben. Verantwortung kann eine Ehre für mich sein, kann mich beflügeln, kann leicht für mich sein.
Der Coach zeigt mir, wie ich sie tragen kann, wie ich aber auch Verantwortung abgeben kann, weil sie nicht zu mir passt, ich die Qualifikationen dafür nicht habe und jemand anderer hier besser geeignet wäre.
Ich darf mir Hilfe holen, wenn mir die Last zu schwer wird. Ich werde genau dadurch meiner Verantwortung gerecht, wenn ich mir rechtzeitig Hilfe hole; dann aber gerade nicht, wenn ich durch Ablehnen der Hilfe alles gefährde, nur weil ich es allein schaffen will oder mir jemand einzureden versucht, dass ich das alleine schaffen muss.

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Claudia Georgina Breu, Furth im Wald.
Frau Breu ist freiberufliche Dozentin Coach bei KONTOR GRUPPE by René Kiem und bietet Führungskräfte -und Teamleiter- Coaching im Einzelcoaching an.
Frau Breu ist seit 19 Jahren erfolgreich in der Erwachsenbildung unterwegs und ist Personal Coach für Führungskräfte und Management.

Montag, 4. April 2016

Veränderungsprojekte zwischen Führungsetage und QM





Die Revision der ISO 9001:2015 hat eine Debatte über die Zuständigkeiten der Führungsetage für Veränderungsprojekte losgetreten. Während viele Mitarbeiter fordern, dass die Führungskräfte aktiv am Veränderungsmanagement im Unternehmen teilnehmen, wälzen diese die Umstellung auf die neue Norm vermehrt auf den QM-Beauftragten ab. Dafür wurde er schließlich eingestellt. Und tatsächlich ist auch diese Ansicht durchaus vertretbar, schließlich kann sich der Geschäftsführer im Bereich KMU oder größer nicht um alle Projekte seines Unternehmens selbst kümmern. Dann bräuchte er ja keine Mitarbeiter mehr. Stichwort: Arbeitsteilung.

Qualitätsbeauftragte müssen Verantwortung übernehmen
Die Arbeitsteilung wurde nicht ohne Grund eingeführt und stellt mittlerweile Allgemeinwissen im BWL-Unterricht oder -Studium dar. Wer sich auf ein Fachgebiet (bzw. eine Tätigkeit) spezialisiert, arbeitet effizienter, schneller und mit qualitativ besseren Ergebnissen. Genau aus diesem Grund werden wir ja dank Ausbildung, Diplom oder Doktortitel zu Experten in einem Fachgebiet ausgebildet und die sogenannten „Fachkräfte“ sind in vielen Bereichen bereits händeringend gesucht. Und all das nur, damit diese Experten später als selbstständige Mitarbeiter einen Mehrwert für das Unternehmen darstellen. Wieso also sollte die Geschäftsführung Geld für einen angestellten internen Qualitätsbeauftragen bezahlen, wenn dieser nicht auch in der Lage ist, selbstständig eine Revision der ISO 9001 zu verstehen und umzusetzen? Wer also behauptet, die Geschäftsführung sei alleinig für das Änderungsprojekt zuständig, untergräbt damit den gesamten Denkansatz unserer sozialen Marktwirtschaft. In einem arbeitsteiligen Unternehmen sind daher die internen Qualitätsbeauftragen und QM-Auditoren die treibende Kraft im Veränderungsprojekt der ISO 9001:2015 Revision.

Also ist die Geschäftsführung „fein raus“?
Nein, das bedeutet andersherum aber nicht, dass die Führungsetage nicht am internen Veränderungsmanagement beteiligt werden muss. Denn diese hat ja bekanntlich die Steuerungsfunktion inne und sollte daher über alle Abläufe im Unternehmen informiert sein. Dazu gehört nicht nur das Wissen um die anstehende ISO Revision, sondern auch deren grundlegendes Verständnis sowie die Überwachung des Veränderungsprojektes. Während die konkrete Umsetzung den Qualitätsbeauftragten unterliegt, muss die Führungsetage vor allem ein Statement setzen: Es muss die Wichtigkeit des Projektes erfassen und konkret von den zuständigen Mitarbeitern, Abteilungen und Führungskräften einfordern. Denn was für den Geschäftsführer nicht von Bedeutung ist, wird auch von den Mitarbeitern niemals zufriedenstellend umgesetzt werden. Es gilt nun also, den Fokus auf die Revision der ISO 9001:2015 auszurichten und die damit einhergehenden Änderungen einzufordern sowie zu überwachen. 

Die Wahrheit liegt – wie so oft – in der Mitte
Die Debatte über die Zuständigkeit entweder der QM-Beauftragten oder der Geschäftsführung wird also niemals zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen. Denn die erfolgreiche Umsetzung der neuen ISO 9001:2015 ist nur in der professionellen Zusammenarbeit beider Parteien möglich, indem jeder seiner ursprünglichen Aufgabe im Sinne der Arbeitsteilung nachgeht. Die Antwort ist also simpel und gewiss nicht für jeden zufriedenstellend: Die Zuständigkeit für Änderungsprojekte liegt stets bei der Führungsetage UND den betroffenen Fachkräften, in diesem Fall den internen Qualitätsbeauftragten und QM-Auditoren.